Fahrrad sicher abschließen, so klappt’s

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Durchschnittlich werden bundesweit 300000 Fahrräder pro Jahr gestohlen. Der damit verbundene jährliche Schaden summiert sich Schätzungen zu Folge somit auf 160 Millionen Euro. Im Jahre 2015 wies Münster mit 1179 gestohlenen Rädern pro 100000 Einwohnern die höchste diesbezügliche Diebstahlrate im gesamten Bundesgebiet auf. Laut Experten wird im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland Nordrhein- Westfalen alle 7 Minuten ein Fahrrad gestohlen. Der Schutz des eigenen Rades muss deshalb höchste Priorität besitzen.

Kein Schloss garantiert absolute Sicherheit

Im Fokus der individuellen Absicherung des Fahrrades steht das Schloss. Dieses muss qualitativ hochwertig verarbeitet und robust sein. Fachverkäufer raten dazu, dass der Preis des jeweiligen Schlosses rund 10 % des Warenneupreises des Rades entsprechen soll.

Absolut sichere Schutzsysteme gibt es nicht. Deswegen werden Schlösser als maximal sicher eingestuft, welche nicht innerhalb einer Zeitspanne von 3 Minuten aufzubrechen sind. Das physische Erscheinungsbild eines guten Fahrradschloss ist deshalb neben seiner optimalen Schutzfunktion als potentielle Abschreckung für Diebe zu verstehen.

Fahrrad fixieren

Schutzsysteme werden in Form von Spiral-, Bügel-, Falt- und Kettenschlössern zum Kauf angeboten. Spiralschlösser sind leicht mit Blechscheren und Seitenschneidern zu öffnen. Deshalb bieten diese den geringsten Schutz und sollten daher möglichst nicht verwendet werden.

Zur bestmöglichen Absicherung des Fahrrades ist dies im Idealfall an einen festen Gegenstand wie etwa Baum, Fahrradständer oder Laternenpfahl zu fixieren. So wird das einfache Wegtragen des Rades durch den Dieb gänzlich unterbunden.

Indikator für ein hochwertiges Schließsystem ist der jeweilige Schließumfang. So müssen Bügelschlösser eine Mindestlänge von 25 cm aufweisen. Ketten – und Faltschlösser sollten einem Mindestumfang von 85 cm entsprechen.

Polizei rät zu Bügelschlössern

Kettenschlösser sind die beliebtesten Schließsysteme. Diese zeichnen sich durch Flexibilität, Schließumfang und verschiedene Längen aus. Allerdings verfügen sichere Kettenschlösser über ein verhältnismäßig hohes Gewicht von mindestens 2 kg. Daher sind diese Schlösser oft schwer zu transportieren und sehr kostenintensiv.

Polizei und Versicherungsexperten empfehlen primär die Nutzung von Bügelschlössern. Sie bieten ein hohes Maß an Sicherheit und ein gutes Preis- Leistungsverhältnis. Außerdem sind sie relativ leicht. Dagegen sind sie etwas unkomfortabel in der Handhabung und besitzen einen begrenzten Schließumfang.

Faltschlösser sind flexibel, kompakt gebaut und haben ein geringes Gewicht. Gleichzeitig ist ihre Handhabung nicht sehr benutzerfreundlich. Zudem sind die Artikel relativ teuer.

Händler nutzen unterschiedliche Kriterien zur Definition der Sicherheitsstufen

Im Fachhandel erhältliche Schlösser sind mit herstellereigenen Sicherheitsstufen versehen. Allerdings existieren keine allgemeingültigen Kriterien für die betreffende Klassifikation. Somit ist es Verbrauchern unmöglich Produkte verschiedener Hersteller eindeutig miteinander zu vergleichen. Daher verwenden die Firmen werkseigene Bezeichnungen, um die vermeintliche maximale Sicherheit eines Schlosses widerzuspiegeln. So liegt die maximale Sicherheitsstufe der Hersteller Abus und Axa beispielsweise bei 15 Sicherheitsstufen, während dessen bei den Anbietern Knog, Kryptonite und Masterlock der Maximalwert mit 10 Sicherheitsstufen gleichzusetzen ist.

Dieser Klassifikation liegen zudem unterschiedliche Definitionen von Sicherheit zu Grunde. Demnach beziehen die Hersteller Kryptonite und Trelock lediglich die jeweilige Aufbruchsicherheit in ihre Wertung mit ein. In Relation dazu nutzt Abus Sicherheitsmerkmale, Benutzerfreundlichkeit sowie Design, um den Sicherheitsgrad zu bestimmen.

Siegel des ADFC und VdS unbedingt berücksichtigen

Aufgrund dieser Diskrepanzen sollten Verbraucher im Zuge der Kaufentscheidung mehr Gewicht auf die Prüfsiegel des unabhängigen ADFC, der Stiftung Warentest sowie der Siegel der VdS legen. Diese besitzen eine bessere und transparentere Aussagekraft hinsichtlich der Sicherheit.

Fahrradbesitzern mit einer Diebstahlversicherung wird explizit und ausnahmslos zum Kauf von Schlössern geraten, die mit dem VdS – Siegel ausgestattet sind. Bei Fahrrädern mit einem Wert von über 3000 Euro ist die Verwendung eines derartigen Schutzsystems zwingende Voraussetzung, um Versicherungsansprüche im Falle eines Diebstahls geltend machen zu können.

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